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Stadt und Caritas sichern gemeinsam Wohnraum für Obdachlose
Im Dezember 2007 findet ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Bezirks-caritasverband Hochtaunus ein erfolgreiches Ende.
„Ende Juni dieses Jahres konnte den letzten Bewohnern der früheren Obdachlosenunterkunft Lorsbachstraße 2 angemessener Wohnraum in Oberursel und Umgebung zur Verfügung gestellt und die Notunterkunft auf Dauer geschlossen werden. Innerhalb von neun Monaten konnten, Dank der professionellen Hilfe des Bezirkscaritasverbandes, 24 Menschen adäquat untergebracht werden“, so Erster Stadtrat Dieter Rosentreter.
Der Magistrat hatte sich zum Ziel gesetzt, das vor 30 Jahren angemietete Privatgebäude Lorsbachstraße 2 zum
30. Juni 2007 zu schließen, da das Zusammenleben innerhalb der Bewohner und mit den Anwohnern in der Umgebung seit vielen Jahren zu massiven Konflikten geführt hat. Gerade in der Zeit vor der Schließung hatten diese Konflikte ein nicht mehr vertretbares Ausmaß angenommen,
Aufgrund der gravierenden Belästigungen der Anwohner und der unzumutbaren Zustände in der Obdachlosenunterkunft ergriff zunächst der Geschäftsbereich Sicherheit und Ordnung die Initiative zur Abhilfe und entwickelte ein Konzept zur Verlagerung der Unterkunft durch eine Containerlösung außerhalb der Innenstadt. „Mir wurde aber selbst schnell klar, dass dies günstig für die Anlieger war, aber die Missstände bei den Obdachlosen untereinander nicht verbessern würde. Es musste eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden“, so Rosentreter.
Dann folgte eine Kontaktaufnahme mit dem Bezirkscaritasverband. Diese Zusammenarbeit hatte sich angeboten, da die Caritas seit nunmehr 10 Jahren in Bad Homburg das „Haus Mühlberg“ als integrierte Facheinrichtung für wohnungslose Menschen betreibt. Das „Haus Mühlberg“ bietet neben einer Beratungsstelle für Wohnungslose und für von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen aus dem Hochtaunuskreis auch die Möglichkeit eines Tagesaufenthaltes oder einer Kurzzeitübernachtung sowie ein Übergangswohnheim und Betreutes Wohnen. Caritas hat in dieser 10-jährigen Tätigkeit sehr viel Fachkompetenz bewiesen und ist landesweit anerkannt.
Der Bezirkscaritasverband Hochtaunus hat sich nach eingehenden Beratungen in einem Projektvertrag verpflichtet, die Stadt Oberursel (Taunus) qualifiziert zu unterstützen, um den Bewohnern der Lorsbachstraße 2 dauerhaft neue Wohnperspektiven zu eröffnen. Hierbei stand die Vermittlung in neue Unterkünfte, orientiert am aktuellen und individuellen Hilfebedarf im Vordergrund. Darüber hinaus werden die Menschen in den neuen Wohnungen bis
31. Dezember 2007 von der Caritas betreut, sofern dies im Einzelfall erforderlich ist. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf einmalig rund 77.000 Euro.
„Hierbei handelt es sich um gut investiertes Geld“, so Rosentreter weiter. Denn der hohen Summe stehen langfristige und nachhaltige Vorteile gegenüber:
• die dauerhafte Kosteneinsparung für Miete, Sicherheitsdienst, Bauunterhaltung und Grünpflege von allein 137.000 Euro im Jahr 2006
• die nachhaltige Verbesserung der Wohnsituation der Anlieger in der Nachbarschaft und
• die Schaffung von neuen Startbedingungen für die früheren Bewohner mit eigenem Wohnraum und damit weiterer Stabilisierung der Lebensumstände.
Durch die vor 5 Jahren bei der Stadt eingerichtete Stelle für vorbeugende Obdachlosenhilfe wird zu fast 100% eine z. B. durch Räumungsklage drohende Obdachlosigkeit vermieden. Trotz Vorbeugung finden obdachlos gewordene Alleinstehende seit September vergangenen Jahres eine Notunterkunft im Flüchtlingslager in der Karl-Hermann-Flach-Straße. Mit einem in der Entwicklung befindlichen neuen Betreuungskonzept sollen die obdachlos gewordenen Menschen aus der Notunterkunft heraus kurzfristig in Wohnungen vermittelt werden.
„Dem Bezirkscaritasverband Hochtaunus mit seiner Geschäftsführerin Karin Dhonau und dem Projektleiter Ludger Engelhardt-Zühlsdorf darf ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für diese qualifizierte und professionelle Hilfe aussprechen. Ebenso geht mein Dank an die Fraktionen in der Oberurseler Stadtverordnetenversammlung, die mit einer Arbeitsgruppe das Projekt konstruktiv begleitet haben“, so Dieter Rosentreter abschließend.
Nachricht vom
1.11.07 11:14
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